Goldregen statt blauer Dunst


Tipp zur Raucherentwöhnung
Goldregen statt blauer Dunst
Cavan Images/imago-images.de

Mit dem Rauchen aufzuhören ist für viele eine Herkulesaufgabe. Zum Glück gibt es Hilfsmittel wie Cytisin. Der Abkömmling des Goldregens liefert vielversprechende Ergebnisse.

Belohnungssystem geknackt?

Nikotin ist ein Nervengift, das stark süchtig macht. Nach dem Zug an der Zigarette wandert es innerhalb weniger Sekunden ins Gehirn. Dort dockt es an bestimmten Nervenzellen an und stimuliert die Freisetzung verschiedener Botenstoffe. Das wirkt nicht nur anregend. Durch die vermehrte Freisetzung von Dopamin wird das Belohnungssystem aktiviert – und schon will man mehr und wird abhängig vom Nikotin.

Vor allem über das Belohnungssystem soll auch Cytisin, ein Alkaloid aus dem Goldregen, wirken. Es bindet an die gleichen Nervenzellen wie Nikotin. Das führt dazu, dass das Gehirn den Nikotinmangel (also während der Raucherentwöhnung) weniger stark registriert. Und weil dadurch die Beschwerden des Nikotinentzugs gelindert werden, fällt die Entwöhnung von der Zigarette leichter.

Besser als Nikotinkaugummi

Dass das funktioniert, haben zahlreiche Studien bewiesen. In einer Raucherentwöhnungsstudie mit Cytisin waren nach einem Jahr noch 8,4% Teilnehmer*innen rauchabstinent — in der Placebo-Gruppe dagegen nur 2,4%. Auch im Vergleich zum Nikotinersatz mit Kaugummi, Pflastern oder Pastillen punktete Cytisin. Nach einem Monat gaben immerhin 40% an, noch rauchfrei zu sein im Vergleich zu 31 % aus der Nikotin-Ersatz-Gruppe.

Eingenommen wird Cytisin über 25 Tage, in denen nach einem Stufenschema die Tabletten nach und nach reduziert werden. Spätestens am 5. Tag darf man nicht mehr rauchen. Wer es dennoch tut, riskiert verstärkte Nebenwirkungen.

Rauchentwöhnung mit dem Goldregen hat ihren Preis

Wer sich für Cytisin entscheidet, muss allerdings mit einigen Nebenwirkungen rechnen: Sehr häufig kommt es zu Magen-Darm-Problemen, Appetit und Gewicht steigen, ebenso die Reizbarkeit. Außerdem drohen Angststörungen, Schlafstörungen, Herzklopfen, Muskelschmerzen und Hautausschlag.

Gar nicht einnehmen darf man Cytisin bei Herzerkrankungen, Nieren- und Leberfunktionsstörungen sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit. Gebärfähige Frauen, die sich mit Cytisin entwöhnen, müssen aufgrund seiner fruchtschädigenden Wirkung sicher verhüten. Vorsicht geboten ist auch bei Gefäßerkrankungen, Magen- und Darmgeschwüren, Diabetes und Schizophrenie. Sowie bei der gleichzeitigen Einnahme anderer Tabletten, da es zu Wechselwirkungen kommen kann.

Vorher Rat von der Ärzt*in oder Apotheker*in einholen

Im Angesicht dieser Risiken und Nebenwirkungen sollte man sich vor dem Griff zu Cytisin den Rat der Ärzt*in oder aus der Apotheke einholen. Alles in allem hat das Goldregen-Alkaloid aber durchaus das Potenzial, Entwöhnungswillige beim Rauchstopp wirkungsvoll zu unterstützen.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung

Das Team der Apotheke am Rathaus

Alle Mitarbeiter anzeigen

News

Jetzt Reiseimpfung planen!
Jetzt Reiseimpfung planen!

Wenn im Sommer die Ferne lockt

Reisen steht wieder hoch im Kurs, und viele wollen in exotische Gefilde. Doch vor allem in den Tropen drohen gefährliche Infektionskrankheiten. Wer im Sommer dorthin möchte, sollte sich jetzt zu den nötigen Impfungen beraten lassen.   mehr

App hilft Frauen mit Harninkontinenz
App hilft Frauen mit Harninkontinenz

Jede Vierte wieder „trocken“

Mit einer Harninkontinenz zu leben ist alles andere als angenehm, denn die Behandlung gestaltet sich oft schwierig. Doch jetzt gibt es digitale Hilfe: Ein Therapieprogramm per App besserte die Beschwerden betroffener Frauen ganz erheblich.   mehr

Früher mit dem Zukleben starten

Kleiner schielender Junge in Großaufnahme.

Sehschärfe beim Schielen retten

Erst vier bis sechs Monate Brille tragen und dann das gesunde Auge abkleben – das ist die Strategie für die meisten Schielkinder. Doch offenbar entwickelt sich die Sehschärfe besser, wenn man deutlich früher mit dem Zukleben beginnt.   mehr

Hochdruck behandeln beugt Demenz vor
Hochdruck behandeln beugt Demenz vor

Therapietreue lohnt

Einen erhöhten Blutdruck zu senken schützt nicht nur vor Herzinfarkt und Schlaganfall: Wer als Hochdruckpatient*in seinen Blutdruck konsequent im Griff hat, hat ein geringeres Risiko, an einer Demenz zu erkranken.   mehr

Wie Babys sicher schlafen
Wie Babys sicher schlafen

Auch im Krankheitsfall

Wie schläft ein Baby am sichersten? Zur Vorbeugung des Plötzlichen Kindstodes (SIDS) gibt es dazu lang etablierte Regeln. Nur halten sich die Eltern nicht in jedem Fall daran, wie eine neue Studie zeigt.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Apotheke am Rathaus
Inhaber Sven Gerster
Telefon 07454/9 58 10
Fax 07454/26 74
E-Mail info@apotheke-gerster.de