Schmerzgedächtnis bei Kopfschmerzen


Frühe Therapie gegen Dauerschmerz
Schmerzgedächtnis bei Kopfschmerzen

Menschen, die häufig unter Kopfschmerzen leiden, sollten mithilfe einer gezielten Behandlung gegensteuern. Je früher dies geschieht, desto geringer ist die Gefahr für das Entstehen eines Schmerzgedächtnisses.

Ein Schmerzgedächtnis ist die Folge von neuen Verschaltungen der Nervenzellen im Gehirn. Wiederholte oder andauernde Kopfschmerzen fördern diesen Umbau des Nervenzellnetzwerks. Dann droht eine Verselbstständigung der Nervenfunktion. „Obwohl die auslösende Schmerzreizung lange zurückliegt, sind die Nervenfasern noch aktiviert oder haben eine besondere Empfindlichkeit gegenüber aktivierenden Reizen entwickelt“, warnt Dr. Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte e.V. (BVDN) mit Sitz in Krefeld. „Diese erworbene Empfindsamkeit kann dann die Wahrnehmung von Schmerzen und auch das Leiden an den Schmerzen deutlich steigern.“ Die Verselbstständigung von Schmerzen ist grundsätzlich ein höchst problematischer Prozess, der nur noch schwer zu beeinflussen ist. Betroffene sollten deshalb eine frühe Behandlung ihrer Kopfschmerzen anstreben, um das Ausbilden eines Schmerzgedächtnisses zu verhindern.

Selbstbeobachtung statt Vermeidungsverhalten

Als chronische Schmerzen werden solche bezeichnet, die seit sechs Monaten fast immer vorhanden sind oder häufig wiederkehren. Sie beeinträchtigen die Betroffenen körperlich und sozial, etwa durch Vermeidungsverhalten. „Durch das Bestreben, schmerzassoziierte Tätigkeiten zu vermeiden, kann es zu Veränderungen des Denkens, der Stimmung, des Antriebs und zum Rückzug aus der sozialen Umgebung kommen. Anhaltende innere Anspannungszustände sowie Ängstlichkeit unterhalten das Schmerzerleben und Patienten geraten in einen Teufelskreis“, erklärt Dr. Bergmann. In diesem Stadium gilt es, durch eine verbesserte Selbstbeobachtung zu erkennen, welche Faktoren die Schmerzen verstärken oder reduzieren. Zusätzlich können schmerzlindernde Verfahren erlernt werden, etwa Biofeedback, Akupunktur oder Entspannungsübungen.  

Bei Medikamenten Einnahmehinweise beachten

Kopfschmerz-Medikamente können eine rasche Linderung etwa bei Migräne und Spannungskopfschmerzen bringen. Wichtig ist jedoch, dass eine fachärztliche Diagnose vorliegt und die Schmerzmittel nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden. Werden Medikamente gegen Schmerzen nämlich falsch und zu häufig angewendet, droht ein Dauerkopfschmerz als Folge der Medikamenteneinnahme (analgetikainduzierter Dauerkopfschmerz).

Quelle: BVDN

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